collotype und monoprint
In meinen Druckgrafiken und Zeichnungen beschäftige ich mich mit den Themen Zeit und Wachstum. Ich untersuche Teile von fiktiven und realen Wahrnehmungsprozessen im Zusammenhang mit eigenen synästhetischen Erfahrungen, in denen akustische Reize z. B. Farb- und Formwahrnehmungen hervorrufen.
Beim kreativen Prozess lasse ich Pinselzeichnungen, Skizzen und Elemente digitalisierter
verfremdeter Bilder als Collagen und Bildebenen (ähnlich der Schichtung der Ebenen
und Kanäle im digitalen Bildbearbeitungsprogramm) entstehen.
So interpretiere ich vorgefundene Möglichkeiten der Wahrnehmung und setze sie in Beziehung als eigene Geschichte in der fremden Geschichte der anderen.
Die meisten meiner Vorstellungen setze ich in Zeichnungen und Druckgrafiken um.
Die Druckgrafiken sind meist vielfarbig und wurden von Hand gedruckt.
Ich kombiniere Hochdrucktechniken und Graphitzeichnung, drucke collageartig verschiedene Elemente und setze sie in neue Zusammenhänge.
Es entstehen so Unikatedrucke / monoprints oder Auflagen bis zu drei Blättern.
Diese Ausstellung präsentiert mehrfarbige Holz- und Linolschnitte und u. a. die 2011 im Leipziger Lichtdruck-Symposium im Museum für Druckkunst entstandenen Lichtdrucke.
Das heute nur noch in Leipzig und Kyoto (Japan) gepflegte Verfahren des Lichtdrucks / Collotype zeichnet sich durch eine Fülle an Halbtonwerten und eine sehr feine Farbauflösung aus und bietet sich als ideales Experimentierfeld an. Das Leipziger Symposium für Lichtdruck ist weltweit einzigartig.
Das Druckverfahren aus dem 19. Jahrhundert wurde ursprünglich für originalgetreues Reproduzieren von Fotos, künstlerischen Abbildungen, Faksimiles etc. entwickelt.
Bei diesem sehr aufwendigen und empfindlichen Prozess wird eine mit fotoempfindlicher Gelatine beschichtete Glasplatte belichtet und direkt mit bestimmten Chemikalien bemalt. Es entsteht dabei das so genannte Runzelkorn der Gelatineoberfläche, das die unnachahmliche Druckqualität dieser Technik ermöglicht.
Christiane Werner
